Nepal-Tee 2021 von TeeGschwendner

Nepal-Tee 2021 – frisch eingetroffen bei mir aus dem Sortiment von TeeGschwendner. Außerdem in meiner Tee-Lieferung: Ein Dian Hong und eine Probe Mannong Pu Erh, beide aus China.

Viele Tees aus Nepal sind den hochgeschätzten Darjeeling-Tees mehr als ebenbürtig. Dabei sind die Nepal-Tees aber oft preislich deutlich günstiger. Vergleichbar mit einem Champagner und einem exquisiten Winzer-Sekt, der genauso hergestellt wird wie ein Champagner, aber im Preis niedriger angesiedelt ist.

Bei den Nepal-Tees habe ich jeweils zwei Tees aus der Kooperative Sunderpani sowie aus dem Teegarten Jun Chiyabari erhalten. Einmal als aktueller Flugtee, zum anderen aus dem Edmon’s Sortiment.

Flugtee – was ist das denn?

Flugtee sagt dir nichts? So wird ein Tee bezeichnet, der auf dem schnelleren Luftweg direkt nach der ersten Frühlings-Ernte zu uns in den Handel kommt. Die Teegenießer sind neugierig auf den jungen Tee und möchten ihn möglichst frisch genießen. Denn mit jedem Tag, der beim Transport vergeht, kann gerade diese frühe Ernte an Aromatik verlieren. Also werden diese Tees nicht auf dem üblichen, langsamen Seeweg zu uns geholt, sondern dürfen als schnelle Luftfracht anreisen. – Daher werden sie als Flugtee bezeichnet.

Aber werfen wir zusammen einen Blick auf die Tees, die ich in meinem Päckchen hatte.

Nepal-Tee 2021 von TeeGschwendner

Zunächst ein Überblick der vier gelieferten Nepal-Tees – jeweils als aktueller Flugtee und als First Flush der Edmon’s Selection.

Nepal-Tee 2021 von TeeGschwendner
Nepal-Tee 2021 von TeeGschwendner

Nepal-Tees aus dem Teegarten Jun Chiyabari

Schauen wir uns das Blatt der beiden Tees aus Jun Chiyabari näher an:

Links im Bild der aktuelle Flugtee aus dem Teegarten Jun Chiyabari, rechts im Bild der Jun Chiyabari HSP First Flush aus der Edmon’s Selection.

Beide Tees zeigen ein tolles, frühlingshaftes Blatt. Hier fällt es mir schwer, die beiden Tees zu unterscheiden. Preislich allerdings ist der Unterschied deutlich erkennbar: Der Flugtee kostet 17,70 € je 100 Gramm, der Tee aus der Edmon’s Selection kostet 19,70 € je 50 Gramm – umgerechnet also etwas mehr als das Doppelte.

Schon der Flugtee begeistert mit einer sanften, hellgoldenen Tasse voller frühlingshafter Aromen, die sich bei der empfohlenen Ziehzeit von 90 Sekunden wunderbar entfalten. Ein toller Tee für Darjeeling-Liebhaber!

Nepal-Tees der Kooperative Sunderpani

Und hier die beiden Tees aus dem Distrikt Ilam in Nepal, wo eine Kleinbauern-Kooperative den Sunderpani-Tee produziert:

Auch hier wieder links im Bild der frisch eingeflogene Flugtee Sunderpani, rechts im Bild der Sudnerpani Delight aus der Edmon’s Selection.

Das Blatt des Flugtees wirkt auf mich im direkten Vergleich etwas grüner und ist insgesamt mit mehr kleineren Blattanteilen durchsetzt als die Delight-Variante. Preislich ist der Unterschied auch hier wieder erkennbar: 100 Gramm des Flugtees kosten 13,90 €, während der Tee aus der Edmon’s Selection mit 29,70 € je 100 Gramm etwas mehr also doppelt so teuer angeboten wird.

Mein Fazit zu den Nepal-Tees

Gerade bei Flugtees kann es vorkommen, dass die Pflanzen aufgrund der frühen Erntezeit noch zu wenig Kraft haben, um ihre Aromen richtig zu entwickeln. Solche Tees sind dann oft blass und wässrig in der Tasse.

Die beiden oben vorgestellten Nepal-Flugtees sind aber tolle Vertreter ihrer Zunft. Sie wissen mit einer herrlichen Tassenfarbe, schönem Blatt und bezaubernden Aromen zu begeistern. Darum sind beide Flugtees ein klarer Preis-Leistungs-Tipp für mich – auch und gerade im Vergleich zu den Nepal-Tees aus der Edmon`s Selection!

Dian Hong aus China

In meiner Tee-Lieferung waren ergänzend zu den Nepal-Tees auch zwei Tees aus China enthalten. Hier zunächst der Dian Hong, ein Schwarztee – in China als „Roter Tee“ bezeichnet.

Dieser schwarze Tee hat ein wundervoll gearbeitetes Blatt, das fast ausschließlich aus den Knospen der Teesträucher besteht. Von einem dunklen Braunton über sanft grün gesprenkelte Blätter bis zu hellgoldenen Knospen lässt dieser Tee seine vollmundige Tasse schon erahnen. Genießer dürfen sich auf süßliche Noten von Malz, Honig und Karamell freuen. Preislich liegt dieser Tee bei 12,85 € für 50 Gramm.

Mannong Pu Erh aus Yunnan

Und zu guter Letzt ist da noch die Probe des Mannong Pu Erh, Bei Pu Erh handelt es sich um eine Teesorte, die einem speziellen Reifungsprozess unterzogen wird. Dadurch entwickeln diese Tees teils sehr spezielle Aromen. Seine Blätter stammen von uralten Teebäumen der Region Yunnan und liefern einen Tee, der sich in der Tasse erdig und pikant-würzig zeigt.

Dieser Pu Erh ist nicht als Ziegel, Fladen oder Kuchen gepresst, sondern kommt als loser Tee mit dunklem Blatt. Schon das trockene Blatt verströmt Aromen von Waldboden und Pilzen.

China Mannong Pu Erh
China Mannong Pu Erh – das trockene Blatt

Üblicherweise würde der Tee mehrfach aufgegossen und entfaltet dann über die Zeit verschiedenste Aromen. Ich habe mich allerdings an die (europäische) Zubereitungsempfehlung auf der Verpackung gehalten. Nach 3 Minuten Ziehzeit ist deutlich erkennbar, warum Pu Erh in China als „Schwarzer Tee“ bezeichnet wird:

China Mannong Pu Erh
China Mannong Pu Erh – der Tee im Teeglas

Der Tee könnte mit seiner Farbe als Kaffee durchgehen. Seine angenehm würzige Aromatik ist wie das trockene Blatt geprägt von erdigen Noten und frischen Pilzen. Ein sehr angenehmer Vertreter seiner Art.

Übrigens: Pu Erh und einige Oolong-Tees sind die einzigen Teesorten, die bei längerer (und richtiger) Lagerung an Aromatik gewinnen können. Ähnlich wie bei Wein, bei denen manche sich für eine längere Lagerung eignen und andere jung getrunken werden sollten.

Mit einem Preis von 9,60 € je 100 Gramm ist dieser Tee durchaus als Alltags-Tee geeignet – wenn man das Aroma mag. Aber jeder Tee-Interessierte sollte sich auch einmal an einen Pu Erh heranwagen. Und dieser eignet sich gut für den Einstieg.

Damit sind wir am Ende dieser kleinen Tee-Reise durch Nepal und China angekommen. Ein Dankeschön an TeeGschwendner für die tollen Tees!