Im letzten Newsletter von Tea Exclusive wurden drei „Tee-Geheimtipps” vorgestellt, die mich neugierig gemacht haben. Jetzt liegen diese drei Tees vor mir. Netterweise habe ich sie auf Anfrage als Muster erhalten. Diese Tees möchte ich dir in diesem Beitrag kurz vorstellen. Und wer weiß: Vielleicht ist ja dein neuer Lieblingstee dabei?

3 „Tee-Geheimtipps”
Manche Tees treffen sofort den Geschmack der „breiten Masse” und werden zu Bestsellern. Andere Tees werden nur von wenigen Teetrinkerinnen und Teetrinkern entdeckt. Drei dieser „1%-Tees”, wie Tea Exclusive sie bezeichnet, wurden im letzten Shop-Newsletter näher vorgestellt und haben meine Neugier sowie Erinnerungen geweckt:
Werfen wir gemeinsam einen Blick auf diese besonderen Tees.
Li Shan Traditional Style Oolong
Der erste der drei Geheimtipps ist der Li Shan Oolong oder auch „Tee vom Birnenberg” und weckt in mir Erinnerungen. Vor vielen Jahren hatte ich das Glück, mit einem „Tee vom Birnenberg” in die Welt des Oolong zu starten. Tatsächlich meinte ich damals, eine feine Birnennote schmecken zu können.
Ich habe mir immer vorgestellt, dass in den Teeplantagen alte Birnbäume stehen, deren Blüten und Früchte zwischen den Teepflanzen landen und etwas von ihren Aromen auf diese übertragen. Aber das ist vermutlich eher selten oder gar nicht der Fall. Das „Birnenberg”-Gebiet ist zwar für sein Obst bekannt, weil in dieser Gegend viele Obstplantagen angelegt wurden. Inzwischen ist Li Shan aber eher für seine sehr hochwertigen Tees berühmt.
Das Blattgut ist in klassischer Weise etwas stärker oxidiert, eng gerollt und dann geröstet. Diese traditionelle Verarbeitungsweise ist heute nicht mehr so geläufig, verleiht dem Hochland-Oolong aber „zusätzliche Tiefe, Struktur und eine warme, vielschichtige Aromatik”, wie Tea Exclusive schreibt.
Im Online-Shop wird der Geschmack wie folgt beschrieben: „Eleganz und Tiefe, ein Reichtum an Facetten, Blüten und Kräuterdüften.”
Für die Zubereitung empfiehlt Tea Exclusive:
Menge: pro Tasse (200 ml) 4g (~ 2Teelöffel)
Wassertemperatur: 95°C
Ziehzeit: 1 Minute
Tipp: optimal für die Gong Fu Cha Methode
Rauchtee Lapsang Souchong Authentic
Rauchtee? Nein, es handelt sich nicht um eine neue Tabaksorte. Dieser Rauchtee oder auch „geräucherter Tee” ist mit Rauch „beduftet” und der zweite der drei „Geheimtipps”. „Geräuchert” ist auch der erste olfaktorische Eindruck, der mich beim Öffnen der Teedose erwartete. Ich musste sofort an Räucher-Schinken denken – und das, obwohl der Tee in der Dose noch in einer Folie eingeschweißt ist.
Bei vielen Rauchtees wird man von einem an Räucherschinken erinnernden Duft und Geschmack erschlagen. Bei diesem „echten” Lapsang Souchong aus dem historischen Ursprungsgebiet verbindet sich die feine Rauchnote mit der natürlichen Süße des Tees. Es entsteht ein tolles Ensemble aus Noten von Pinie und Trockenfrüchten.
Ich hatte auch hier schon früher das Glück, einen Rauchtee mit sanften Holznoten probieren zu dürfen. Damals erinnerte mich der Tee in Duft und Geschmack an einen Spaziergang durch einen sommerlichen Nadelwald. Ob dieser Tee ähnliche Assoziationen wecken wird? Ich bin gespannt!
Zum Geschmack schreibt Tea Exclusive: „Sehr zarte Rauchtöne, begleitet von getrockneten Pflaumen, Zimt und Edelhölzern.”
Zubereitungsempfehlung laut Shop:
Menge: pro Tasse 3g (~ 1,5 Teelöffel)
Wassertemperatur: 90-95°C
Ziehzeit: 2 Minuten
Tipp: mehrere Aufgüsse möglich, Ziehzeit jeweils 1 Minute verlängern
Grüntee Sunrouge Red aus Japan
Ein „roter” Grüntee? Der Sunrouge Red ist ein ungewöhnlicher Teekultivar aus Japan, der 2009 gezüchtet wurde und ist der letzte der drei „Geheimtipps”. Rötliche Blattpigmente brechen aus dem üblichen Grüntee-Bild aus. Fruchtige Intensität verbindet sich mit der Klarheit japanischer Grüntees. Dank des hohen Gehalts an Anthocyanen und Catechinen gilt er als „wertvoller Funktionstee”, schreibt Tea Excluisve in seinem Newsletter.
Beim ersten Blick auf das Blattgut könnte man meinen, einen Schwarztee vor sich zu haben.. Durch den roten Farbstoff in den Teeblättern des Sunrouge Red sind die verarbeiteten Blätter dunkler als ein üblicher Grüntee.
Das Geschmacksprofil wird im Shop so beschrieben: „kräftig und intensiv mit fruchtigen, säuerlichen Noten und der für Sunrouge charakteristischen Bitterkeit.” – Sauer und bitter klingt nicht nach einem Tee, wie ich ihn mag. Trotzdem bin ich gespannt auf den Sunrouge Red.
Die Zubereitungsempfehlung gemäß Shop-Angaben:
Menge: 2 Teelöffel auf 200-300ml
Wassertemperatur: 70-75°C
Ziehzeit: ca. 2-5 Minuten
Tipp: anschließend einige Spritzer Zitrone hinzugeben
Besonderheit bei der Verpackung
Beim Öffnen der Teedosen ist zum Teil ein Aufkleber auf der Folienverpackung zu finden. Dieser weist darauf hin, dass der Tee in einer kompostierbaren Folienverpackung eingeschweißt ist, die aus nachwachsenden Rohstoffen stammt:

Ein schöner Ansatz, wie ich finde. Diese besondere Folie fühlt sich anders an, als die sonst verwendeten Folienbeutel. Sie ist weicher, ein wenig „gummiartig” und die Verschweißung lässt sich leichter öffnen.
Leider ist im Online-Shop keine weitere Information zum verwendeten Material zu finden. Daher habe nachgefragt und folgende Antwort erhalten:
„Bei dem Material der Innenbeutel handelt es sich um eine sogenannte Zellglasfolie. Diese biologisch abbaubaren Folien sind keine herkömmlichen Kunststofffolien, denn sie basieren auf Holzfasern aus kontrollierter, nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC bzw. PEFC zertifiziert) und sind gemäß EN13432 und ASTM D6400 als industrielle und gartenkompostierbare Verpackungen zertifiziert. Sie sind antistatisch und bieten gute Gasbarriereeigenschaften, was dazu beiträgt, dass Aromen optimal geschützt sind.”
Ein kleiner Exkurs zum Thema „kompostierbare Folien”
Es gibt diverse kompostierbare Verpackungsmaterialien. Vermutlich hast du schon „umweltfreundliche” Müllbeutel für Biomüll in der Hand gehabt. Allerdings unterscheiden sich die Materialien teilweise deutlich bezüglich der Zeiträume und Umweltbedingungen, unter denen sie tatsächlich „kompostieren”, also sich zu Kompost zersetzen.
Die Zellglasfolie (manchmal auch als Cellophan bezeichnet) kann tatsächlich im eigenen Garten kompostiert werden. Sie zersetzt sich im Garten oder dem Garten-Komposter innerhalb weniger Wochen bis Monate, ähnlich wie Papier. Der Zellstoff zerfällt zu Biomasse, Kohlenstoffdioxid (CO₂) und Wasser. Daher kann diese Folie meist auch über die Biotonne entsorgt werden – frag aber zur Sicherheit deine örtlichen Abfallwirtschaftsbetriebe.
Es gibt noch andere „kompostierbare” Materialien, die allerdings meist weniger gut zerfallen und teils bestimmte Umgebungen benötigen, damit sie überhaupt zerfallen:
Bei kompostierbaren Folien auf Stärkebasis (zum Beispiel Maisstärke) kann der Zersetzungsprozess innerhalb weniger Wochen beginnen. Voraussetzung ist, dass das Material passender Feuchtigkeit und Wärme ausgesetzt ist – im eigenen Garten kann es viele Monate oder Jahre dauern.
Folien aus Polymilchsäure (PLA) brauchen selbst bei idealen Bedingungen mehrere Monate, bis der Zerfall beginnt. Im eigenen Garten ist eher mit mehreren Jahren zu rechnen.
Folien aus Polyhydroxyalkanoaten (PHA), die auf erneuerbaren Kohlenstoffquellen basieren, sollen sich innerhalb weniger Monate zersetzen können – sowohl im Boden als auch in Meeresumgebungen oder Kompostieranlagen.
Mein Fazit
Die Idee der Zellglasfolie als Verpackungsmaterial ist also sehr gut. Die Produktion der Folien erfolgt aus nachwachsenden Rohstoffen und die Kompostierbarkeit im eigenen Garten ist ebenfalls positiv zu bewerten.
Zwei Kritikpunkte bleiben jedoch: Der Energieaufwand für die Produktion von Zellglasfolie ist höher als bei herkömmlichen (nicht kompostierbaren) Folien und sie ist (anders als Papier) nicht recyclebar. Aber die eine, ideale Verpackung gibt es vermutlich nicht.
Wobei ich den Ansatz der Unverpackt-Dose eines anderen Teehändlers sehr charmant finde: Eine wieder verwendbare Metalldose mit luftdichtem Schraubdeckel, die vor Ort mit Tee nachgefüllt werden kann. Also das Prinzip der „Unverpackt-Läden” für Tee umgesetzt.
Das ist allerdings für einen Teeversand ohne stationäre Läden nicht umsetzbar. Hier bleibt nur ein Kompromiss – und da ist der Ansatz mit Zellglasfolie ein sehr guter Schritt, wie ich finde.
Bezugsquelle für die Tees
Die drei oben vorgestellten Tees sind direkt bei Tea Exclusive erhältlich:
Übrigens: Das Angebot von Tea Exclusive gibt es auch bei amazon.









